Freital: GSG 9 nimmt fünf mutmaßliche Rechtsterroristen fest

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

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Es war Dienstagmorgen um kurz nach vier Uhr, als das GSG 9 im sächsischen Freital zuschlug. Fünf mutmaßliche Rechtsterroristen wurden vom GSG 9 festgenommen. Mehrere Häuser und Wohnungen von Rechtsterroristen wurden durchsucht. Die Bundesanwaltschaft hat in Kooperation mit dem Landeskriminalamt insgesamt fünf Verdächtige im Alter von 18 und 39 Jahren festgenommen. Die Beschuldigten sollen am Mittwoch vor dem Amtsgericht einem Haftrichter vorgeführt werden. Den Verhafteten werden schwere Straftaten vorgeworfen. Zwei Mitgliedern wird Rädelsführerschaft vorgeworfen, den anderen die Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung.

An den Durchsuchungen waren über 200 Beamte beteiligt. Bei vier der Beschuldigten wurde Pyrotechnik aus Tschechien gefunden, die für Sprengstoffanschläge verwendet werden sollte. Die Gruppe soll bereits Sprengstoffanschläge in Freital verübt haben. Die Anschläge im September und Oktober sowie am 1. November des letzten Jahres auf ein Wohnprojekt, sowie auf eine Flüchtlingsunterkunft sollen auf das Konto der rechtsterroristischen Gruppe gehen. Die Liste der Vorwürfe gegen die Beschuldigten ist lang und reicht von gefährlicher Körperverletzung über versuchten Mord bis hin zur Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion. Ob die Gruppe noch für weitere Anschläge und Taten die Verantwortung trägt, wird zur Zeit ermittelt. Die Gruppe tauschte sich in einer Messenger-Gruppe namens „Schwarzer Chat“ aus. Um bei der Kommunikation nicht aufzufliegen, verwendeten die Rechtsterroristen bei ihren Chats geheime Codes. Sprengsätze nannten sie „Obst“.

Gegen die Freitaler Bürgerwehr wurden bereits in der letzten Woche Ermittlungen eingeleitet. Diese Bürgerwehr soll für zahlreiche Verbrechen verantwortlich sein, unter anderem für Anschläge auf Asylunterkünfte und den Sprengstoffanschlag auf das Auto des Stadtrats von Freital.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziére sprach von einem entscheidenen Schlag gegen eine rechtsterroristische Struktur. Durch die Zugriffe wurden weitere mögliche Anschläge verhindert.