Köln: Polizeipräsident Wolfgang Albers wurde gefeuert

Symbolfoto: © NicoLeHe | pixelio.de

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Nach der lauter werdenden Kritik an der Informationspolitik der Polizei in Köln wurde als Konsequenz der Polizeipräsident Wolfgang Albers in den Ruhestand geschickt. Der nordhrein-westfälische Innenminister Ralf Jäger hatte den Kölner Polizeipräsidenten persönlich in den Ruhestand versetzt. Er selbst sagte, dass die Entscheidung notwendig gewesen sei, um damit das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei schnellstmöglich zurückzugewinnen, weil Großveranstaltungen wie der Karneval anstehen. Mittlerweile sind 31 Tatverdächtige namentlich bekannt. Zwei Verdächtige wurden zwischenzeitlich wieder freigelassen, weil sich der Verdacht gegen sie nicht erhärtete. Die weiteren Festgenommenen stammen aus Algerien, Marokko, den USA, dem Irak und Serbien. Die Anzahl der eingegangenen Strafanzeigen stieg auf knapp 200 an.

Der veröffentlichte Einsatzbericht der Silvesternacht in Köln setzte den Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers unter Druck. Die Rücktrittsfrage verfolgt ihn in diesen Tagen. Einem internen Bericht zufolge war die Kölner Polizei in der Silvesternacht nicht Herr der Lage. Der Kölner Polizeipräsident sprach hingegen zunächst davon, dass der Einsatz mustergültig verlaufen sei. Im Polizeibericht, der am Neujahrstag, veröffentlicht wurde, war von einer „entspannten“ Einsatzlage die Rede gewesen. Nun steht fest, dass Albers an einer geschönten Darstellung festhielt. Der Polizeipräsident hat inzwischen eingesehen, dass die Auskunft in der Pressemitteilung „falsch“ war. Er begründete das mit einem „Kommunikationsfehler“.

Ein Bundespolizist schilderte die Ereignisse des Jahreswechsels aus seiner Sicht. Er sprach von einem kompletten Kontrollverlust der eingesetzten Sicherheitskräfte am Hauptbahnhof. Frauen seien weinend zu den Polizisten gekommen und haben ihnen mitgeteilt, dass sie bestohlen wurden oder sexuelle Übergriffe stattfanden. Es waren demBundespolizisten zufolge viel zu wenige Beamte eingesetzt worden, sodass die Polizisten schnell an die Leistungsgrenze stießen.