Köln Hbf: Übergriffe auf Frauen gingen von 1.000 Männern aus – 60 Frauen erstatten Anzeige

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

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Nach sexuellen Übergriffen und Diebstählen in der Silvesternacht haben am Montag 60 Frauen Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Kölner Oberbürgermeisterin sprach von einem „ungeheuerlichen Vorfall“. Frauen wurden vor dem Bahnhof regelrecht eingekreist und Leute, die sich einmischen wollten, wurden bedroht. Der Kölner Polizeipräsident teilte man Montag mit, dass etwa ein Viertel der Anzeigen wegen Sexualdelikten eingereicht worden sind. Insgesamt gebe es 80 Geschädigte. Es wird sogar Vergewaltigungen nachgegangen, teilte der Polizeisprecher von Köln mit. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch deutlich höher. Bei den Tätern soll es sich um eine größere Gruppe von afrikanischen oder arabischen Männern gehandelt haben. Mindestens 1.000 Männer sollen sich in der Silvesternacht auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz versammelt haben. Die Männer nutzten das Getümmel auf dem Bahnhofsvorplatz aus, um Frauen anzufassen und zu bestehlen. Kölns Oberbürgermeisterin hat am Montag ein Krisentreffen mit Vertretern aus Polizei und Ordnungsamt anberaumt. Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer völlig neuen Form von Gewalt. Die Bevölkerung ist nach den mutmaßlich organisierten Angriffen von Männerbanden verunsichert.

Am Sonntag haben Beamte der Bundespolizei fünf Verdächtige im Alter von 18 bis 24 Jahren auf einem Bahnsteig des Breslauer Platzes festgenommen. Die Männer hatten zuvor weibliche Reisende bedrängt. Bei einem weiteren Geschädigten entwendeten die Täter ein Mobiltelefon. Der Mann gab bei der Polizei an, dass er durch „Antänzer“ körperlich bedrängt wurde. Durch Unterhaken und Bein stellen versuchten die Kriminellen von ihrem Vorhaben abzulenken. Die Polizei ließ die Handschellen klicken, denn in den Taschen und Jacken der Täter fanden die Beamten nicht nur das Handy des Geschädigten. Für weitere Mobiltelefone und ein Tablet konnten die in Köln nicht wohnhaften Kriminellen keinen Eigentumsnachweis erbringen. Die Bundespolizei übergab die Festgenommenen der eingerichteten Ermittlungsgruppe der Polizei Köln. Zurzeit wird geprüft, ob das Quintett für Taten aus der Silvesternacht in Betracht kommt. Die Ermittlungen dauern an.