Schwerste Ausschreitungen in Leipzig: Oberbürgermeister spricht von Straßenterror

Symbolfoto: © Michael Hirschka | pixelio.de

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Am Samstag kam es am Rande einer Nazi-Demo zu schwersten Ausschreitungen zwischen der Polizei und linken Gegendemonstranten. Es wurden mehr als 40 Polizisten verletzt und viele Demonstranten in Gewahrsam genommen. Vermummte warfen immer wieder Flaschen und Feuerwerkskörper auf Beamte. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die Demonstranten vor. Der Polizeisprecher teilte mit, dass die Polizisten aus einer Menge von rund 1.000 Menschen heraus massiv angegriffen wurden. Rund 2.500 Menschen beteiligten sich an den Gegendemonstrationen. Eine Bushaltestelle wurde zerstört und zahlreiche Müllcontainer gingen in Flammen auf, so das erste Fazit aus der Leipziger Südvorstadt. Erste Brände gab es bereits am Samstagmorgen. Es brannten Autoreifen und Müllcontainer. Auf dem Dach einer Fabrik wurde außerdem von Unbekannten ein Lagerfeuer angezündet.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach von „Straßenterror“ der von Kriminellen ausging. „Die Gewalt von Anarchisten und Autonomen ist schockierend“, sagte er. Die Polizei war am Samstag mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern in Leipzig vor Ort. Am Rande der Demonstration wurde der gegen Rechtsextremismus engagierte Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König in Gewahrsam genommen worden. Er hatte am Samstag auf einer Gegendemonstration von seinem Lautsprecherwagen aus gesprochen. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs eingeleitet, teilte die Polizei mit.

Der Grund für die Ausschreitungen war eine angemeldete Demonstration von Rechtsextremisten im Leipziger Stadtteil Südvorstadt. Dort sollen etwa 200 Rechtsextreme demonstriert haben. Damit sind deutlich weniger Neonazis nach Leipzig gekommen, als es zuvor vermutet wurde. Eigentlich wollten die Nazis durch den Stadtteil Connewitz marschieren. Dieses wurde aber von der Polizei aufgrund mehrerer Sicherheitsbedenken verboten – unter anderem weil dort ein alternativer Weihnachtsmarkt und ein Weihnachtskonzert stattfanden.