Flugzeugabsturz in Ägypten mit 224 Passagieren an Bord: IS-Terroristen behaupten den Airbus abgeschossen zu haben

Symbolfoto: © Stephan Wengelinski | pixelio.de

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In Ägypten ist am Samstag ein russisches Passagierflugzeug vom Typ Airbus A321 abgestürzt. Alle 224 Passagiere kamen bei dem Unglück auf der Sinai-Halbinsel ums Leben. Die Maschine war auf dem Weg vom ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich nach St. Petersburg. Die Behörden in Ägypten gehen von einem technischen Defekt aus. Die IS-Terroristen teilten unterdessen mit, dass sie das Flugzeug über der Sinai abgeschossen haben. Zusätzlich wurde ein Video veröffentlicht, auf dem der Abschuss eines Flugzeugs zu sehen ist. Ob das Video echt ist wird zur Zeit geprüft. Der IS-Ableger in Ägypten begründete den angeblichen Abschuss mit der russischen Intervention in Syrien. Russland hatte Ende September mit Luftangriffen in Syrien begonnen. Die Lufthansa reagierte sofort auf den Absturz und umfliegt die Sinai-Halbinsel bis auf Weiteres. Militärexperten teilten mit, dass die Terroristen des Islamischen Staats auf dem Sinai über keine über Boden-Luft-Raketen verfügen, die das Flugzeug in 30.000 Meter Höhe hätten treffen können. Außerdem teilten ägyptische Sicherheitskräfte mit, dass es Hinweise darauf gibt, dass das Flugzeug aufgrund eines technischen Defekts abstürzte. Die russische Fluggesellschaft Kolavia schloss unterdessen als Eigentümer der Unglücksmaschine menschliches Versagen als Unfallursache aus. Der Pilot im Cockpit hatte mehr als 12.000 Flugstunden Erfahrung. Er war ein sehr erfahrener Pilot, bestätigte die Fluggesellschaft.

Zur Stunde kann allerdings weder eine Bombe an Bord noch ein Abschuss ausgeschlossen werden. Das Flugzeug ist jedenfalls in einer der Unruheregionen zerschellt. In diesem Gebiet halten sich in diesen Tagen zahlreiche IS-Terroristen auf. Die ägyptischen Behörden fanden in der Nähe des Al-Arisch-Flughafen im Norden des Sinai erste Trümmerteile.

Die Luftfahrtbehörde in Ägypten teilte mit, dass der Funkkontakt zu der betroffenen Maschine 23 Minuten nach dem Start abbrach. Russland entsandte nach dem Flugzeugabsturz sofort Experten zur Absturzstelle. Der Flugschreiber soll inzwischen bereits geborgen worden sein. Russlands Präsident Putin teilte mit, dass sowohl der Flugschreiber als auch der Stimmenrekorder in Russland ausgewertet wird. Der russische Katastrophenschutz bereitete Samstagnachmittag den Abflug von fünf Maschinen mit Bergungsmannschaften vor. Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow wird den Einsatz an der Absturzstelle koordinieren. Russland erklärte den 1. November zum Tag der Trauer. Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte mit Russland und sprach ihr tief empfundenes Mitgefühl den Angehörigen und Freunden der Menschen aus, die bei diesem Unglück ums Leben kamen.