Der Mörder von Mohamed hat auch den Mord an Elias gestanden

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

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Der vermisste sechsjährige Elias aus Potsdam wurde vom selben Mann getötet wie der vierjährige Flüchtlingsjunge Mohamed. Ein 32-jähriger Wachmann mit Wohnsitz in Südbrandenburg hat beide Taten gestanden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der mutmaßliche Täter gestand, dass er beide Kinder vor der Tötung sexuell missbraucht hat. Die Polizei in Brandenburg rückte zu dem Wohnsitz des Mörders an, um nach der Leiche von Elias zu suchen. Elias war seit dem 8. Juli verschwunden (wir berichteten). Der geständige Täter hat der Polizei eine Skizze erstellt, in der er die Stelle markiert hat, an der er die Leiche versteckt hat. Die Polizisten stießen im Schrebergarten des Täters auf ein Paket. In dem Paket befand sich ein Leichnam. Gewissheit, ob es sich bei dem Toten um den vermissten Elias handelt wird die Obduktion ergeben. Der festgenommene 32-Jährige gestand Mohamed sexuell missbraucht und erwürgt zu haben. Mohamed verschwand am 1. Oktober vor dem für Flüchtlinge zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Die Leiche wurde an diesem Donnerstag aufgefunden. Der zuständige Oberstaatsanwalt sprach von stumpfer Gewalt gegen den Hals als Todesursache. Der Täter gab in seiner Vernehmung an, den Jungen mit einem Gürtel erdrosselt zu haben.

Der vermisste Erstklässler Elias wurde nach Aussage des Täters ebenfalls kurz nach seiner Entführung ermordet. Zahlreiche Polizisten mit Spürhunden durchsuchten am Freitag das gesamte Wohnhaus des mutmaßlichen Mörders von Mohamed und Elias im brandenburgischen Niedergörsdorf. In dem Haus leben auch die Eltern des Mörders. Nach der Tötung des Jungen legte er den Leichnam in eine Wanne auf dem Dachboden und legte diese mit Katzenstreu gegen den drohenden Verwesungsgeruch aus. Die Leiche von Mohammed wurde im Auto des Verdächtigen gefunden. Er hatte sie zuvor vom Dachboden geholt. Der Mörder wurde von mehreren Überwachungskameras aufgezeichnet. Seine Mutter hatte ihn auf den Fahndungsfotos der Polizei erkannt und den Beamten den entscheidenen Hinweis gegeben. Sie rief bei der Polizei an und sagte, dass es sich um ihren Sohn auf den Fahndungsfotos handelt. Als der 32-Jährige gerade mit dem Auto unterwegs war, warteten die Beamten in dem Haus der Eltern auf seine Ankunft, um ihn zu verhaften. Der Täter ist nicht vorbestraft. Es ist noch unklar, ob der Täter noch weitere Morde begangen haben könnte.

Der Mörder sagte aus, dass er am Lageso „Gutes tun“ und Dinge wie Plüschtiere spenden wollte. Dabei sei er auf Mohamed gestoßen. Gegen den 32-Jährigen wurde auf Antrag der Berliner Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl wegen Mordes in mindestens zwei Fällen ausgestellt. Der Mörder wurde am Freitag in das Untersuchungsgefängnis in Moabit gebracht.

Die beiden Mordverfahren sollen in der nächsten Woche nach Brandenburg verlegt werden. In Brandenburg geschahen die beiden Entführungen und Morde. Der Verdächtige soll dann ebenfalls von Berlin nach Brandenburg verlegt werden.

Am Freitagabend kamen viele Menschen in Potsdam-Schlaatz zu dem Ort, an dem die freiweilligen Helfer ihre Suche nach Elias organisiert hatten. Sie zündeten Kerzen an, legten Blumen und Kuscheltiere nieder. An der Suche nach dem vermissten Elias waren rund 1.000 Anwohner und etwa 1.900 Polizisten beteiligt.