Handeloh: Massenvergiftung mit Drogen – Heilpraktiker lösen Großeinsatz aus

Symbolfoto: © burntimes

In Handeloh inmitten der Lüneburger Heide hatten etwa 30 Heilpraktiker am Freitagnachmittag im Tagungszentrum „Tanzheimat Inzmühlen“ einen echten Hexentanz aufgeführt. Zunächst im 100 Quadratkilometer großen Seminarrraum des Tagungszentrums. Später weiteten sich die Tänze auf das gesamte Gelände aus. Es war offensichtlich, dass hier verbotene Substanzen im Spiel waren. Das Treffen der Heilpraktiker war gewaltig aus dem Ruder gelaufen. Die Heilpraktiker gaben inzwischen zu, dass sie mit dem in Deutschland seit 2014 verbotenen Psychedelikum 2C-E experimentiert hatten. Durch die Einnahme startete in der 2355-Seelen-Gemeinde Handeloh ein Großeinsatz für die Rettungskräfte. Zunächst rückten 150 Rettungskräfte aus mehreren Landkreisen zu dem Tagungszentrum im Landkreis Harburg an. Auch ein Rettungshubschrauber eilte zu dem Tagungszentrum, um den Menschen im Drogenrausch zu helfen. Unklar ist noch, ob die Droge bewusst genommen wurde oder ob einer der Heilpraktiker sich einen „Scherz“ erlaubte. Die Droge 2C-E ist in Deutschland seit Ende 2014 verboten. Diese Substanz verändert die Wahrnehmung von Farben und Geräuschen und ist zudem ein sehr starkes Halluzinogen – lässt also Dinge sehen, die gar nicht da sind. Die Teilnehmer waren am Samstag noch immer nicht vernehmbar. Die Rettungskräfte teilten mit, dass einige Heilpraktiker dringend auf medizinische Hilfe angewiesen waren. Sie litten teilweise unter schweren Wahnvorstellungen, Krämpfen, Schmerzen, Atemnot und Herzrasen. Der ersteintreffende Notarzt hat sofort die Alarmstufe auf 3 erhöht, was einem Massenanfall von Verletzten entspricht. Die rund 30 Verletzten wurden auf verschiedene Krankenhäuser verteilt. Am Samstagabend war der Gesundheitszustand bei allen betroffenen stabil, teilte der Pressesprecher des Landkreises Harburg mit. Die Gruppe von Heilpraktikanten war nicht zum ersten Mal in Handeloh.

Die Polizei ermittelt, weil sich die 25 bis 55 Jahre alten Heilpraktiker mit der Einnahme selbst verletzt und einen Großeinsatz ausgelöst haben. Außerdem ist die verwendete Substanz in Deutschland seit 2014 verboten, weil über mögliche langfristige Schäden und Abhängigkeit keinerlei Informationen vorhanden sind.