Regierung in Ungarn öffnet Bahnhof in Budapest –– Regierungschef sieht Problem in Deutschland

Symbolfoto: © Karl-Heinz Liebisch | pixelio.de

Polizisten und andere Sicherheitskräfte haben sich am Donnerstagmorgen vom Bahnhof in Budapest zurückgezogen. Die Regierung in Ungarn teilte mit, dass sie den Bahnhof in Budapest wieder freigegeben hat. Hunderte Menschen drangen seitdem bereits in wartende Züge. Die Züge sollen die Flüchtlinge allerdings nicht nach Österreich oder Deutschland bringen, sondern in ungarische Aufnahmestellen für Asylbewerber. Am Donnerstagmittag hat auch ein erster Zug den Budapester Bahnhof in Richtung Österreich verlassen. Zur Stunde ist der Platz vor dem Bahnhof in Budapest nahezu geleert. Die Flüchtlinge bestiegen völlig überfüllte Züge. Kinder wurden teilweise durch Fernster in die Züge gedrängt. Der ungarische Bahnbetreiber gab bekannt, dass es zur Zeit keine Direktverbindungen von Budapest nach Westeuropa gibt. Die österreichische Polizei erklärte, dass keine Züge vom Ostbahnhof in Budapest nach Wien verkehren.

Die ungarischen Behörden hatten bereits am Montag tausenden Flüchtlingen überraschend die Reise in Zügen nach Österreich und Deutschland erlaubt. Ungarn hat für 20 Millionen Euro eine Grenzmauer mit Stacheldraht errichten lassen, die den Flüchtlingen die Weiterreise erschwert (wir berichteten). Der Regierungschef teilte mit, dass das Ziel sei die illegalen Grenzüberschreitungen bis Mitte September auf null zu senken. Um die bestehende Grenzmauer herum soll noch eine zweite gebaut werden. Die Grenzmauer befindet sich entlang der Grenze zu Serbien. Der ungarische Regierungschef will am Donnerstag in Brüssel um Hilfe in der Flüchtlingskrise bitten. Der ungarische Regierungschef Viktor Orban sieht die Zuspitzung der Flüchtlingskrise in Deutschland. Orban sagte, dass es kein europäisches, sondern ein deutsches Problem sei. Er stelle klar, dass keiner der Flüchtlinge in Ungarn bleiben möchte, sondern nach Deutschland will.