Hannover-Linden: Zwangsräumung gerät außer Kontrolle

Symbolfoto: © burntimes

Am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr haben Polizisten auf Beschluss des Amtsgerichts Hannover eine Zwangsräumung in der Nieschlagstraße in Hannover-Linden durchgesetzt. Mehrere Personen des linken Spektrum versuchten, die Maßnahme durch eine Blockade des Hauszugangs zu verhindern. Ein Gerichtsvollzieher war am heutigen Morgen in Begleitung der Polizei zu der Wohnanschrift des 27 Jahre alten Mannes unterwegs, um einen Beschluss des Amtsgerichts Hannover durchzusetzen. An dem Gebäude erwarteten die Einsatzkräfte insgesamt 51 Linke und Autonome, die eine Zwangsräumung durch eine Blockade mit allen Mitteln verhindern wollten. Der Einsatzleiter der Polizei erklärte die Gruppe daraufhin zu einer Versammlung und verfügte im Anschluss eine räumliche Beschränkung. Dieser Beschränkung kamen die Versammlungsteilnehmer nicht nach. Nach mehrfacher Aufforderung begann die Polizei, Personen aus dem Pulk der Blockierer zu entfernen. Dabei kam es zu heftiger Gegenwehr Einzelner. Erst nach dem Einsatz von Pfefferspray eines angegriffenen Beamten unterließen die Akteure weitere Übergriffe.

Die Polizei ermittelt nun gegen 51 Personen wegen Landfriedensbruchs, gegen drei wegen Körperverletzung, gegen zwei weitere wegen Widerstandes und gegen eine Tatverdächtige wegen versuchter Körperverletzung.

Bei dem Einsatz des Pfeffersprays wurden elf Personen leicht verletzt. Eine medizinische Versorgung durch einen seitens der Polizei alarmierten Rettungswagens lehnten alle Betroffenen ab. Bei den Einsatzkräften waren drei Verletzte zu beklagen. Ein 41 Jahre alter Beamter wurde zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.

„Mit einem großen Polizeiaufgebot und überzogenen Maßnahmen wurde am Donnerstagmorgen gegen gewaltfreien Protest auf Grund einer Zwangsräumung in Linden-Mitte vorgegangen. Mit Faustschlägen ins Gesicht und Pfeffersprayeinsatz verschafften BFE-Einheiten den Gerichtsvollziehern und dem Schlüsseldienst Zugang zum Hinterhaus“, teilte das Netzwerk „Wohnraum für alle“ auf seiner Internetpräsenz in einer Stellungnahme mit. Die Polizei war nach Angaben des Netzwerks mit einer Hundestaffel und zirka 80 Polizisten im Einsatz. Die Nieschlagstraße wurde für mehrere Stunden gesperrt.

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