Griechenland: Tsipras sucht die Konfrontation – EU-Länder bereiten Notfallplan vor

Symbolfoto: © günther gumhold | pixelio.de

Der griechische Regierungschef Tsipras sprach am Dienstag von „Demütigungen und Machtspielen“. Experten erwarten keine Fortschritte bis zur Eurogruppen-Sitzung am Donnerstag. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich am Dienstag entschlossen, die bestehende Blockade zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern zu lösen. Sie möchte am Donnerstag eine Einigung bei der Sitzung erzielen und sagte: „Ich werde alles dafür tun, was möglich ist, um Griechenland in der Euro-Zone zu behalten.“ Unklar bleibst bis Donnerstag, ob die Geldgeber IWF, EZB und die EU-Kommission bis dahin eine Beschlussgrundlage erarbeitet haben. Tsipras geht in Konfrontation und teilte am Dienstag mit, dass er keine neuen Reformvorschläge einbringen wird. Tsipras will den Forderungen der internationalen Geldgeber nach weiteren Sparmaßnahmen nicht nachkommen und sagte deutlich, dass seine Regierung den Auftrag erhalten habe, die Sparpolitik im Land zu beenden. „Um das zu erreichen muss eine Lösung her, die die Last gleichmäßig verteilt und nicht nur die Arbeitnehmer und Rentner belastet“, sagte er. Er sagte auch, dass der IWF das Land ruiniert hat. Griechenland steht unter Druck, weil das laufende Hilfsprogramm zum Ende des Monats ausläuft. Das Land hofft auf kurzfristige Hilfszahlungen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. Das Geld gibt es nur dann, wenn Griechenland Reformen zusagt und umsetzt. Ende Juni muss Griechenland 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Die Zahlungsfrist wurde schon einmal Anfang Juni verschoben (wir berichteten).

Die Euro-Länder bereiten einen Notfallplan vor, falls die Verhandlungen am Donnerstag endgültig scheitern. Ohne eine Einigung droht Griechenland in kürzester Zeit die Staatspleite.

Die Schuldenkrise in Griechenland sorgte am Dienstag dafür, dass die europäischen Aktienmärkte einbrachen. An der Börse in Frankfurt lag der ausschlaggebende Dax-Index teilweise mit 1,7 Prozent im Minus. Selbst der Euro notierte mit 1,123 Dollar deutlich schwächer wie noch am Vortag. Der wiederholte Ausverkauf von griechischen Staatsanleihen brachte die Rendite erstmals seit mehr als drei Jahren über die Marke von 30 Prozent.

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