Tötungsdelikt in Chemnitz: Der Haftbefehl wurde im Internet veröffentlicht – Sorgen um die Sicherheit von Zeugen

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 35-jährigen Mann in Chemnitz ist am Mittwoch der Haftbefehl gegen einen der Täter im Internet veröffentlicht worden. In dem Dokument sind neben den Namen des Opfer, der mutmaßlichen Täter auch Namen von Zeugen und der Name der Richterin auch Details zu der Tat enthalten. Es wird in dem Haftbefehl auch beschrieben, wie oft auf das Opfer eingestochen wurde. Die Ermittler bestätigten inzwischen die Echtheit des veröffentlichten Haftbefehls. Die Veröffentlichung erfolgte unter anderem von der rechtsradikalen Vereinigung „Pro Chemnitz“ und von Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann. Inzwischen wurde der Haftbefehl von weiteren Rechtsextremen, teils ohne Anonymisierung der Namen, im Internet veröffentlicht.

Wer Zugang zu dem Dokument erhielt und es im Internet veröffentlicht hat, bleibt unklar. Das Sächsische Staatsministerium des Innern teilte mit, dass nicht nahvollziehbar sei, woher die Bilder kommen. Es bahnt sich in Chemnitz der nächste Skandal an. Die Rechtsradikalen riefen unterdessen zu weiteren Demonstrationen in Chemnitz auf.

Als Reaktion auf die besorgniserregenden Entwicklungen in der Stadt Chemnitz in den vergangenen Tagen haben sich mehrere Musikkünstler auf Initiative der Band Kraftklub zusammengeschlossen und für Montag, den 3. September 2018 um 17 Uhr ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit und für Menschlichkeit unter dem Motto „Wir sind mehr“ angekündigt. Das Konzert findet am Karl-Marx-Denkmal in der Chemnitzer Innenstadt statt. Die Toten Hosen, Marteria & Casper, K.I.Z, Feine Sahne Fischfilet sowie die Chemnitzer Künstler Kraftklub und Trettmann schließen sich zusammen und kündigen das Konzert in der Chemnitzer Innenstadt gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt an.

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