Rettungsschiff Lifeline: Irrfahrt im Mittelmeer – Lage an Bord spitzt sich zu

Symbolfoto: © Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Das deutsche Rettungsschiff „Lifeline“ hat 234 Schutzsuchende aus dem Mittelmeer gerettet und seit Tagen an Bord, weil sich Malta und Italien weigern die Personen aufzunehmen. Spanien hat sich ebenfalls geweigert die Schutzsuchenden aufzunehmen. In der Nacht zu Montag besuchten mehrere Abgeordnete das Rettungsschiff, darunter auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin. Er sagte, dass sich die Schutzsuchenden in einer akuten Notsituation befinden und dringend Hilfe benötigen. Die Menschen sitzen dich gedrängt an Bord, weil das Schiff nicht für so viele Menschen ausgelegt ist. Malta und Italien streiten seit Tagen über ihre Zuständigkeiten. Politiker beider Länder warfen sich am Sonntag Unmenschlichkeit vor. Der Bundestagsabgeordnete Michel Brandt von der Linken teilte mit, dass die Situation an Bord eine Katastrophe sei. Die Grünen-Abgeordnete Luise Amtsberg war ebenfalls auf der „Lifeline“. Sie sagte, dass es nicht sein darf, dass der Streit zwischen CSU und CDU dafür sorgt, dass Menschen in Lebensgefahr gerieten.

Das Schiff liegt aktuell 50 Kilometer vor Malta. An Bord der „Lifeline“ befindet sich eine Besatzung, die aus 17 Deutschen besteht. Unter den Geretteten befinden sich unter anderem Folteropfer aus Libyen.

Ab Dienstagabend könnte sich die Situation an Bord weiter zuspitzen. Der Kapitän der „Lifeline“ teilte mit, dass sich die Wetterverhältnisse verschlechtern und der Seegang bis zu 1,70 Meter betragen könnte und viele Menschen unter der Seekrankheit leiden könnten. Das sei gefährlich, weil viele Menschen nur noch aus Haut und Knochen bestehen, teilte der Kapitän mit. Helfer warnen bereits vor einer lebensgefährlichen Situation.

Auch das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ mit 110 Schutzsuchenden an Bord kreuzt seit vergangenem Freitag im Mittelmeer und hat bisher noch von keinem Land eine Erlaubnis erhalten, einen Hafen anzusteuern. Ein Sprecher der Reederei sagte, dass die Situation an Bord unhaltbar sei und das Schiff nicht für so viele Menschen ausgelegt sei. Die Besatzung besteht aus 25 Mann und ist nicht in der Lage sich um alle Personen an Bord zu kümmern, hieß es am Montagabend.

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