Zugunglück in Aibach: Zwei Menschen starben – Ursache menschliches Versagen

Symbolfoto: © Peter Freitag | pixelio.de

Im bayerischen Aibach hat sich am Montagabend um 21.15 Uhr ein Zugunglück auf der Bahnstrecke von Ingolstadt nach München ereignet. Eine Regionalbahn mit etwa 30 Menschen an Bord ist im Bahnhof von Aibach frontal auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Anwohner hörten ein langes Hupen und anschließend einen dumpfen, lauten Knall. Anschließend holten die Anwohner die Reisenden, die noch gehen konnten aus dem Zug und brachten sie beispielsweise in ihre Garagen, denn es war zum Unglückszeitpunkt kalt draußen.

Bei dem Zugunglück kam der 37-jährige Lokführer und eine 73-jährige Passagierin ums Leben. Ein technischer Defekt für das Unglück wurde ausgeschlossen. Der Bahnhof von Aibach ist ein kleiner Bahnhof mit einem Haupt- und einem Ausweichgleis. Der Personenzug hätte an dem Güterzug, auf dem Ausweichgleis, vorbeigeführt werden müssen. Warum das nicht geschehen ist, ist unklar und Bestandteil der polizeilichen Ermittlungen. Die Polizei sprach am Dienstag von menschlichem Versagen des Fahrdienstleiters, im Zusammenhang mit der Abwicklung des Bahnverkehrs in dem Bahnhof von Aibach.

Der Unfallort blieb am Dienstag abgesperrt, Gutachter der Deutschen Bahn befanden sich an der Unglücksstelle den ganzen Tag über im Einsatz. Der Bahnverkehr ist eingestellt, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Am Dienstagmorgen wurde der zuständige Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn vorübergehend verhaftet. Es besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Gegen den 24-jährigen Mann wurde am Dienstagnachmittag ein Haftbefehl erlassen, er bleibt aber zunächst auf freiem Fuß. Ein ehemaliger Fahrdienstleiter meldete sich zu Wort und teilte mit, dass es auf der betroffenen Strecke seit Jahrzehnten bekannte Schwierigkeiten gibt. Die Technik im Bahnhof von Aibach gilt als veraltet.

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