Amokfahrt durch Münster: 48-Jähriger macht Ärzten in Abschiedsbrief schwere Vorwürfe

Symbolfoto: © Paul-Georg Meister | pixelio.de

Am Samstag steuerte ein 48-Jähriger mit seinem Campingbus in eine Menschenmenge vor der Gaststätte Kiepenkerl, im nordrein-westfälischen Münster. Drei Menschen wurden dabei getötet und 20 weitere schwer verletzt, sechs von ihnen schwer. Zwei der Opfer schwebten am Sonntagabend noch in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter erschoss sich unmittelbar nach der Amokfahrt selbst in seinem Fahrzeug. Bei dem Täter handelt es sich um einen psychisch kranken 48-jährigen Mann, der in unmittelbarer Nähe der Gaststätte wohnte. Die Polizei schloss einen islamitischen Hintergrund aus. Nach der Tat war die Polizei sehr schnell vor Ort, weil sich aufgrund einer Demonstration viele Polizisten in der Stadt befanden. Der Bereich rund um den Kiepenkerl wurde weiträumig abgesperrt. Die Bundesregierung sprach den Opfern und Angehörigen wenige Stunden nach dem Vorfall ihr Beileid aus. Bundesinnenminister Seehofer besuchte am Sonntag den Ort des Verbrechens und sagte: „Dieses brutale und feige Verbrechen hat uns alle sehr betroffen gemacht.“

In einer E-Mail an seine Ärzte teilte der Täter mit, dass sie ihn falsch behandelt haben. Der 48-Jährige war einmal ein erfolgreicher Industriedesigner, der offenbar seinen beruflichen Niedergang nicht verkraftet hat. Er hatte eine Lampe erschaffen, auf die er ein Patent angemeldet hatte. Er verdiente zeitweilig viel Geld, mietete Lagerhallen und zwei weitere Wohnungen im sächsischen Pirnitz und in Heidenau an. Nach dem das Geschäft nicht mehr so gut lief, ging es mit dem Designer bergab. Er war unzufrieden und gab die Schuld dafür anderen. Er überwarf sich mit seiner Familie und seinen Freunden, wegen seiner teils rechtsradikalen Sprüche.

Ende März wendete sich der Täter an den sozialpsychiatrischen Dienst in Münster und teilte seine Selbstmordgedanken mit. Zu der Zeit versendete er auch die Abschiedsmail. Darin beschwerte er sich, dass man ihn als Rechtsradikalen bezeichnete.

Gegen den Täter wurden in den Jahren 2015 und 2016 drei Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung, Unfallflucht und Betrug geführt. Alle Verfahren wurden eingestellt.

In einer der Wohnungen des Täters wurde ein 18-seitiger Brief entdeckt, in dem er ausführlich schildert, was in seinem Leben alles schiefgelaufen ist. In der Wohnung des Mannes wurden eine nicht brauchbare Maschinenpistole vom Typ AK47 gefunden und mehrere Feuerwerkskörper. Diese befanden sich auch im Tatfahrzeug, neben der Schusswaffe, mit der er sich selbst getötet hatte.

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