Attentat auf Ex-Spion Skripal: Russland lehnt Ultimatum ab

Symbolfoto: © Marvin Siefke | pixelio.de

Der russische Botschafter wurde am Montag von der britischen Regierung einbestellt. Ihm wurde ein Ultimatum bis Dienstagabend übermittelt. Bis dahin muss Russland das Novichok-Programm offenlegen. Wenn Russland sich weigert, wird die britische Regierung schlussfolgern, dass es sich um einen russischen Gewaltakt handelt.

Russland hat Großbritannien mit Gegenmaßnahmen gedroht. Moskau kündigte an, mögliche Sanktionen umgehend zu beantworten. Die britische Medienaufsichtsbehörde drohte dem russischen Fernsehsender Russia Today die Sendelizenz in Großbritannien zu entziehen. Moskau reagierte sofort und teilte mit, dass in diesem Fall kein britisches Medienunternehmen mehr in Russland arbeiten wird. Der russische Außenminister teilte mit, dass das Land nicht auf das Ultimatum eingehen wird. Russland bestreitet etwas mit dem Fall Skripal zu tun zu haben. Russland will das fragliche Gift erst selbst untersuchen. Das lehnt Großbritannien jedoch ab, so der russische Außenminister.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltete sich ebenfalls ein und forderte die russische Regierung zur Aufklärung des Falls auf. „Es liegt bei Russland, schnelle Antworten auf die berechtigten Fragen der britischen Regierung zu geben“, sagte sie am Dienstag. Der scheidende Bundesaußenminister Gabriel teilte mit, dass er in engem Kontakt mit seinem britischen Amtskollegen steht. Er sagte, dass der oder die Täter zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Die Premierministerin May beschuldigt Russland für den Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej (66) Skripal und seine Tochter (33) verantwortlich zu sein. „Höchstwahrscheinlich ist Russland für den Anschlag in Großbritannien verantwortlich“, sagte sie am Montag. Beide wurden in einem Restaurant im englischen Salisbury mit dem Nervengift Novichok vergiftet. Dieser Kampfstoff wurde zwischen 1970 und 1990 in der ehemaligen Sowjetunion produziert. Der Zustand der Vergifteten ist auch über eine Woche nach dem Anschlag sehr kritisch. Die Ärzte bangen um das Leben der Opfer. Ein Polizist, der den Vergifteten zu Hilfe geeilt war, befindet sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung – er erlitt schwere Verletzungen. Insgesamt wurden 21 Menschen im Krankenhaus behandelt. In dem betroffenen Restaurant wurden Spuren von dem Nervengift Novichok nachgewiesen (wir berichteten).

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