Bundesweit: 36-jähriger Hilfspfleger unter Mordverdacht – Polizei geht 26 neuen Hinweisen nach

Symbolfoto: © burntimes

In Bayern steht ein 36-jähriger polnischer Hilfspfleger unter Mordverdacht. Die Polizei hat bisher 26 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Der Hilfspfleger steht im Verdacht einen 87-jährigen pflegebedürftigen Mann aus Ottobrunn, bei München, getötet und ausgeraubt zu haben. Die Behörden wurden auf den Hilfspfleger aufmerksam, nach dem ein 87-järhiger Mann, den er betreute, leblos in seiner Wohnung aufgefunden wurde. Die Ermittler fanden später zwei EC-Karten des Verstorbenen im Portemonnaie des Verdächtigen, mit den entsprechenden PIN-Mitteilungen und Bargeld in Höhe von 1.210 Euro. In seinem Gepäck fanden sich ein Insulin-Pen und mehrere Ampullen mit Insulin. Im Rahmen der Vernehmung räumte der nun Beschuldigte ein, das Bargeld und die EC-Karten nach dem Ableben des Rentners aus einer Geldkassette entwendet zu haben. Insulin soll der Hilfspfleger dem 87-jährigen verabreicht haben, obwohl er gar kein Diabetiker war. Es wurden im Institut für Rechtsmedizin an der Leiche mehrere fragliche Einstichstellen, wie von Injektionen, sowie ein extrem niedriger Blutzuckerwert festgestellt. Der 36-Jährige stritt zunächst ab, mit dem Ableben des Rentners etwas zu tun zu haben. Er räumte schließlich ein, dem Rentner Insulin verabreicht zu haben. Der Hilfspfleger sitzt zur Zeit in München in Untersuchungshaft.

Beschuldigter (Copyright: Polizei München)
Der 36-jährige Hilfspfleger aus Polen kam 2008 ungelernt nach Deutschland und war seit dem in ganz Deutschland im Einsatz, wie die Polizei mitteilte. Eine bundesweite Fahndung nach dem Mann wurde eingeleitet, unter anderem um herauszufinden, wo er überall beschäftigt war. Die Polizei weiß bereits von mindestens 20 Orten in Deutschland. Der 36-Jährige könnte auch für einen Todesfall in Mühlheim an der Ruhr verantwortlich sein. Dort kam ein älterer Mann, den der Hilfspfleger behandelt hatte, in ein Krankenhaus und zwei Monate verstarb er. Die genauen Umstände sollen nun überprüft werden. Außerdem gab es in Mainz-Bingen einen Fall, bei dem ein von dem 36-Jährigen betreuter Mann einige Tage nach dem Verschwinden des Pflegers unter bisher ungeklärten Umständen starb.

Die Behörden stehen nach eigenen Angaben noch am Anfang ihrer Ermittlungen.

Zur Erstellung eines Bewegungsbildes sowie zur Ermittlung der Anstellungshistorie, Identifizierung weiterer überlebender als auch verstorbener Opfer wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I ein Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung erlassen. Auf diesem Weg erhoffen sich Polizei und Staatsanwaltschaft, dass auch Zeugen und Angehörige ermittelt werden, die Angaben darüber machen können, bei welchen zu betreuenden Personen der 36-Jährige, auch Jahre zurückliegend, tätig war.

Die Staatsanwaltschaft München I übernimmt bundesweit die Ermittlungen für alle dem 36-Jährigen zuzurechnenden Straftaten.

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