Türkei: Journalist Deniz Yücel sitzt seit einem Jahr in Haft – Justiz entscheidet über ihn

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Der „Welt“-Journalist Deniz Yücel sitzt am Mittwoch seit genau einem Jahr in türkischer Haft. Am Mittwoch hat sich der türkische Ministerpräsident Yildirim für eine schnelle Freilassung Yücels ausgesprochen. Er sagte jedoch, dass nicht die türkische Regierung, sondern die Justiz über eine mögliche Freilassung entscheidet. Bis zum heutigen Tag gibt es keine Anklageschrift gegen Yücel. Auch einen Termin für einen Prozessbeginn gibt es nicht. Die Türkei begründet das alles mit dem Ausnahmezustand, der seit dem Putschversuch immer wieder verlängert wurde.

Deniz Yücel hat sowohl die deutsche Aals auch die türkische Staatsbürgerschaft. Er wehrt sich auch vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen seine Inhaftierung. Eine Entscheidung steht hier noch aus. Die Bundesregierung reagierte bereits mehrfach mit Unverständnis auf die Inhaftierung von Yücel. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Die Inhaftierung hält die türkische Regierung für gerechtfertigt – das teilte sie auch dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit.

Am Jahrestag der Inhaftierung ist ein neues Buch mit dem Titel „Wir sind ja nicht zum Spaß hier“ veröffentlicht worden. Darin befinden sich Texte aus 13 Jahren aber auch zwei neue Texte, die Yücel im Gefängnis verfasst hat und seinem Anwalt heimlich zugesteckt hat. Am Abend lesen aus dem neuen Buch in Berlin Prominente wie Herbert Grönemeyer, Thees Uhlmann, Hanna Schygulla und Anne Will vor. Außerdem fand ab 16 Uhr ein Autokorso in Berlin für den inhaftierten Deniz Yücel statt. Das neue Buch ist ein Indiz dafür, dass Deniz Yücel nicht schweigt.

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