Herne-Mörder Marcel H. wurde zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt

Symbolfoto: © Rike | pixelio.de

Am Mittwoch wurde nach knapp fünf Monaten in Bochum das Urteil gegen den 20-jährigen Doppelmörder Marcel H. aus Herne gesprochen. Er muss wegen zweifachen Mordes lebenslang in Haft. Das Gericht stellte die besondere schwere der Schuld fest. Die Sicherungsverwahrung wird vorbehalten, teilte der Vorsitzende Richter mit. Im Gefängnis wird überprüft, ob Marcel H. dauerhaft weggesperrt bleibt. Der 20-Jährige wird seine Haft in einer sozialtherapeutischen Einrichtung absitzen. Bei den Zuschauern im Saal sorgte das für Empörung. Der Pflichtverteidiger von Marcel H. teilte nach der Urteilsverkündung mit, dass sein Mandant das Urteil hinnimmt und voraussichtlich nicht in Revision gehen wird. Der Pflichtverteidiger ging davon aus, dass Marcel H. nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden würde. Vor Gericht hatte Marcel H. seine Taten nie bestritten. Auf sein Recht ein letztes Wort zu sprechen und damit die Richter zu beeinflussen, verzichtete er.

Im Frühjahr 2017 hatte der damals 19-jährige Marcel H. seinen neunjährigen Nachbarsjungen Jaden und seinen ehemaligen 22-jährigen Freund Christopher W. mit unzähligen Messerstichen kaltblütig ermordet. Die Obduktion ergab, dass Marcel H. den neunjährigen Jaden mit 58 Messerstichen getötet hat. Den Neunjährigen hatte Marcel H. unter dem Vorwand, Hilfe zu benötigen, in den Keller gelockt und dort getötet. Bilder des Toten sendete er an zwei seiner Freunde, von denen einer die Fotos im Internet veröffentlichte. Daraufhin legten andere Nutzer ihm nahe die Polizei zu informieren. Zu dem Zeitpunkt befand sich Marcel H. schon bei seinem ehemaligen Berufsschulfreund Christopher W. Er fragte ihn, ob er ein paar Nächte bei ihm übernachten könnte. Der 22-Jährige kochte für ihn und beide zockten am Computer bis morgens um 2 Uhr. Als Christopher W. etwa acht Stunden später wach wurde und von der Fahndung im Internet gelesen hat, sprach er Marcel H. darauf an. Anschließend tötete Marcel H., nach einem längeren Kampf in der Wohnung, auch ihn – mit 68 Messerstichen. Anschließend flüchtete er.

Die Behörden hatten aus Angst vor weiteren Morden entschieden, dass die Grundschulen und Kitas die Kinder in den Pausen nicht ins Freie lassen. Drei Tage nach dem Mord an Christoph W. stellte sich Marcel H. in einem Grillimbiss (wir beichteten). Eine Rockergang hatte zuvor Jagd auf Marcel H. gemacht.

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