Anklage wegen 97 weiterer Morde gegen Patientenmörder Niels H.

Symbolfoto: © NicoLeHe | pixelio.de

Wegen sechs Taten wurde der Patientenmörder Niels H. bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft in Oldenburg klagt ihn nun wegen 97 weiterer Morde an. Niels H. soll am Klinikum Delmenhorst 62 Patienten und am Klinikum Oldenburg 35 Patienten getötet haben. Das ist das Ergebnis umgleicher Ermittlungen der Sonderkommission „Kardio“. Insgesamt haben die Ermittler 134 ehemalige Patienten auf Friedhöfen exhumieren und auf Rückstände der Medikamente untersuchen lassen. In weit über 100 Fällen konnte nicht weiter ermittelt werden, weil die Verstorbenen feuerbestattet worden sind.

Niels H. spritzte seinen Opfern Medikamente, die unter anderem lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösten. Er verwendete dazu die Wirkstoffe Ajmalin, Sotalol, Lidocain und Amiodaron. Die Taten ereigneten sich zwischen den Jahren 2000 und 2005. Niels H. sagte vor Gericht aus, das ihm bewusst gewesen sei, dass die Medikamente bei den Patienten lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen könnten. Im Anschluss wollte Niels H. die Patienten reanimieren, um vor den Kollegen und Vorgesetzten mit seinen Wiederbelebungsfähigkeiten zu prahlen. Das Gericht hatte bereits in den ersten Verfahren eine besonders schwere Schuld festgestellt.

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