Krieg in Syrien: Türkei greift die mit den USA verbündete Kurden-Miliz an

Symbolfoto: © Katharina Wieland Müller | pixelio.de

Die türkische Militäroffensive in Syrien hat am Samstagnachmittag um 15 Uhr (MEZ) begonnen. In den letzten Tagen hatte die Türkei einen Militäreinsatz rund um die Stadt Afrin mit seinen 800.000 Einwohnern angekündigt. Der türkische Präsident bestätigte, dass die „Operation Olivenzweig“ gestartet worden ist. In den vergangenen Tagen wurden schon YPG-Stellungen mit Granaten angegriffen. Mittlerweile sind 108 von insgesamt 113 Stellungen der YPG-Miliz von der Türkei angegriffen worden. Türkische Panzer, schwere Artillerie und Soldaten wurden an der Grenze zu Syrien zusammengezogen. Kampfflugzeuge haben am Samstagnachmittag bereits Stellungen der Kurden-Miliz YPG angegriffen.

Die „Operation Olivenzweig“ birgt für Präsident Erdogan große Risiken. Damit ignorierte die Türkei alle Warnungen aus den USA. Die Türkei sieht in der Kurden-Miliz eine Terroreinheit. Die Kurden-Miliz YPG ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen die Terroristen des „Islamischen Staats“ (IS). Ein Sprecher der kurdischen Miliz bestätigte die türkischen Angriffe. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete bereits von ersten Toten und Verletzten auf Seiten der YPG.

Die Türkei teilte mit, dass sie von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch macht, um Menschen aus der „Unterdrückung durch Terroristen“ zu befreien.

Auch Russland hat sich am Samstag besorgt über den türkischen Militäreinsatz geäußert. Das russische Außenministerium teilte mit, dass die Lage sehr genau beobachtet wird und hat die Türkei zur Zurückhaltung aufgerufen. Russland hat seine Soldaten in Syrien aus Sicherheitsgründen in einen Deeskalationsraum rund um die syrische Stadt Tall Rifaat zurückgezogen.

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