Iranischer Todesrichter lässt sich in Hannover operieren

Symbolfoto: © Thorben Wengert | pixelio.de

Der 69-jährige iranische Richter Mahmud Haschemi Schahrudi hat sogar Jugendliche zur Todesstrafe verurteilt. Er war zwischen 1999 und 2009 als oberster Justizchef im Iran tätig. Am Wochenende demonstrierten hunderte Menschen vor der Privatklinik International Neuroscience Institut (INI) in Hannover. Dort befindet sich der iranische Todesrichter wegen eines Hirntumors in Behandlung. Der Chef des INI ist der Hirnchirug Madjid Samii, dessen Familie ebenfalls iranischer Abstammung ist. Ein Leibwächter von Schahrudi soll die Demonstranten vor dem INI gefilmt und fotografiert haben. Folter hat Schahrudi in den iranischen Gefängnissen immer geduldet.

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Deutschland hat sich zu Wort gemeldet und die Bundesregierung gebeten den Fall ernst zu nehmen und im Falle einer Fluchtgefahr sofort zu handeln. Der ehemalige Grünen-Abgeodetene Volker Beck hat Schahrudi wegen Mordes angezeigt. Die Polizei bestätigte, dass sich der ehemalige iranische Richter Schahrudi zur Zeit in Hannover aufhält.

Schahrudi hat im Jahr 2007 Einsprüche gegen die Hinrichtung eines 13-Jährigen zurückgewiesen. Während seiner Amtszeit soll der Richter mehr als 2.000 Mal die Todesstrafe verhängt haben. Die 16-jährige Schülerin Atefah Sahaaleh stand unter Folter und wurde mehrfach vergewaltigt, was im Iran einen Ehebruch darstellt. Deshalb wurde sie zum Tode verurteilt, obwohl sie das Opfer war. Am 15. August 2004 wurde das Mädchen öffentlich an einem Kran erhängt.

Es bleibt unklar, ob die deutschen Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen Mahmud Haschemi Schahrudi einleiten und ob die Staatsanwaltschaft in Hannover überhaupt zuständig ist.

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