Ausbruch mit Hammer und Flex aus der JVA Plötzensee: Vier Häftlinge sind in Berlin ausgebrochen

Symbolfoto: © Bernd Kasper | pixelio.de

Aus der Berliner Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee sind am Donnerstagmorgen gegen 8.45 Uhr vier Männer im Alter zwischen 28 und 38 Jahren ausgebrochen. Die Männer arbeiteten in der Autowerkstatt der JVA. Während der Arbeitszeit gelang es ihnen einen gesicherten Lüftungsschacht im angrenzenden Heizungskeller zu öffnen und dadurch zu fliehen. Im Vorfeld hatten sie dafür einen Betonpfeiler mit einem Hammer zerstört. Anschließend zersägten sie mit einer Flex, die einem der Insassen zur Arbeit ausgehändigt worden war, einen Stahlträger. Draußen angekommen, bogen sie den Zaun hoch. Der Ausbruch fiel erst gegen 9.30 Uhr auf. In der besetzten Alarmzentrale der JVA, in der 60 Kameras auf zahlreichen Bildschirmen zusammenlaufen, bemerkte niemand den Ausbruch. Die Flucht wurde von einer Kamera aufgezeichnet, die den Pfortenbereich überwacht, teilte die JVA am Nachmittag auf einer Pressekonferenz mit. Unklar ist noch, ob die vier Männer Komplizen hatten und wie sie vor ihren Aufsichtspersonen unbemerkt flüchten konnten. Der Anstaltsleiter sagte, dass in den sechs Werkstatträumen keine ständige Beaufsichtigung möglich ist. Die Flucht dauerte insgesamt nur drei Minuten, wie die Videoaufzeichnungen bestätigen.

Drei der Männer sollten 2018 entlassen werden, der erste bereits im März. Der vierte Mann wurde zu einer Haftstrafe bis Oktober 2020 verurteilt. Die vier Männer befanden sich wegen Straftaten wie Diebstahl, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung in der JVA Plötzensee. Die Polizei suchte am Donnerstag mit einem Großaufgebot nach den Ausbrechern – bisher ohne Erfolg.

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