Ukraine und prorussiche Rebellen tauschen hunderte Gefangene aus

Symbolfoto: © nafas | pixelio.de

Im Kriegsgebiet in der Ostukraine hat die Kiewer Führung erstmals mit den prorussichen Separatisten Gefangene am Kontrollpunkt Majorsk ausgetauscht. Auf der ukrainischen Seite wurden am Mittwoch 237 Gefangene freigelassen. Die Volksrepublik Donezk und Luhansk ermöglichten 73 Gefangenen die Rückkehr in das Kiewer Gebiet. Vereinbart war die Freilassung von 306 Gefangenen aus der Ukraine und 74 aus den Separatistengebieten. Einige Gefangene wollten nicht zu den Separatisten zurückkehren oder hatten ihre Haftstrafe bereits verbüßt. Ein Schlosser beispielsweise wollte auf der Donezker Seite bleiben und bezeugte dies vor dem Roten Kreuz. Er begründete das unter anderem damit, dass es auf der Donezker Seite mehr Arbeitsplätze gibt.

Kurz nach der Freilassung warfen sich beide Seiten gegenseitig vor weitere Menschen gefangen zu halten. Dem Gefangenenaustausch gingen monatelange Verhandlungen zuvor. Die Friedensregelung von Minsk aus 2015 sieht eine bedingungslose Freilassung aller Gefangenen vor. Unter den Gefangenen ist auch Kinoregisseur Oleg Senzow, der von einem Gericht auf der Krim wegen Terrorismus zu 20 Jahren Straflager verurteilt wurde.

Bundesaußenminister Gabriel sprach von einer guten Nachricht auf die die betroffenen Menschen und Familien lange Zeit gewartet haben.

In dem Konflikt in der Ostukraine kämpft die ukrainische Armee seit 2014 gegen prorussiche Separatisten. Bis heute sind mindestens 10.300 Menschen ums Leben gekommen.

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