Türkei: Erdogan warf Deutschland „Nazi Praktiken“ vor – Sigmar Gabriel warnt vor weiterer Eskalation

Symbolfoto: © Wikimedia Commons | wikipedia

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Der türkische Präsident Erdogan hat Deutschland am Sonntag aufgrund der abgesagten Wahlkampfauftritte türkischer Minister „Nazi Praktiken“ vorgeworfen. Er sagte: „Deutschland, du hast in keinster Weise ein Verhältnis zur Demokratie und du solltest wissen, dass deine derzeitigen Handlungen nichts anders sind als das, was in der Nazi-Zeit getan wurde.“ Die CSU bezeichnete die Äußerungen von Erdogan als absurd und forderte eine Entschuldigung. Der türkische Justizminister sprach bereits nach der Absage einer Wahlkampfveranstaltung im baden-württembergischen Gaggenau von einem „faschistischem“ Verhalten“. Die Türkei bestellte nach den Absagen den deutschen Botschafter ein und teilte ihm das Unbehagen mit. Der türkische Außenminister Cavusoglu kommt am Dienstag nach Hamburg um mit seinem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel über die aktuelle Lage zu sprechen. Bundesaußenminister Gabriel warnte vor einer weitern Eskalation. Er sagte, dass aus Meinungsverschiedenheiten kein Hass und Unverständnis entstehen dürfen.

Der türkische Wirtschaftsminister Zeybekci will sich seinen Auftritt in Deutschland nicht verbieten lassen. Er trat am Sonntagabend bei einer Privatveranstaltung in einem Kölner Hotel auf und warb dabei um das türkische Präsidialsystem in der Türkei.